Wenn Sie den Betrieb in den Bereichen Öl und Gas, chemische Verarbeitung, Offshore-Energie oder Bergbau leiten, begegnen Ihnen fast täglich drei wichtige Zertifizierungsabkürzungen: ATEX, IECEx und NEC. Diese Abkürzungen sind auf Sicherheitsetiketten, Beschaffungslisten und dem Gehäuse jedes mobilen Geräts aufgedruckt, das in Ihre Anlage gelangt.
Es ist jedoch ein gefährlicher Fehler, anzunehmen, dass diese Normen miteinander austauschbar sind. Eine Verwechslung kann zu schwerwiegenden Compliance-Lücken und katastrophalen Zündgefahren in Ihrer Anlage führen.
Bei Atexxo Manufacturing entwickeln wir explosionsgeschützte Gehäuse für die weltweit führenden Smart-Geräte, damit diese unter Einhaltung dieser vielfältigen globalen Normen sicher betrieben werden können. Um Ihnen die Orientierung im komplexen Geflecht der elektrischen Sicherheit zu erleichtern, finden Sie hier eine übersichtliche Gegenüberstellung von ATEX, IECEx und NEC sowie eine Erläuterung, warum die korrekte Umsetzung für Ihren mobilen Gerätepark unverzichtbar ist.
ATEX: der verbindliche europäische Rechtsrahmen
Abgeleitet vom französischen Begriff „ATmosphères EXplosibles“ steht ATEX für zwei verbindliche Richtlinien der Europäischen Union, die den Explosionsschutz im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und im Vereinigten Königreich (über DSEAR) regeln.
- ATEX 114 (Geräterichtlinie): Diese Richtlinie richtet sich an den Hersteller. Sie schreibt strenge Sicherheitsstandards und Prüfverfahren vor, die Geräte (wie beispielsweise eine explosionsgeschützte Atexxo-iPhone-Hülle) erfüllen müssen, bevor sie in der EU legal verkauft werden dürfen. Dabei werden alle Zündquellen bewertet, einschließlich elektrischer Funken und thermischer Oberflächenwärme.
- ATEX 137 (Arbeitsschutzrichtlinie): Diese Richtlinie legt die rechtliche Verantwortung beim Anlagenbetreiber fest. Arbeitgeber müssen die Risiken in ihren Anlagen formell bewerten, explosionsgefährdete Bereiche in numerische Zonen (wie Zone 1 oder Zone 2) einteilen und sicherstellen, dass ihr Außendienstpersonal ausschließlich mit Geräten ausgestattet ist, die speziell für diese Zonen zertifiziert sind.
IECEx: die harmonisierte internationale Norm
Während ATEX eine gesetzlich verbindliche Richtlinie innerhalb Europas ist, handelt es sich bei IECEx (International Electrotechnical Commission Explosive) um ein freiwilliges globales Zertifizierungssystem. Sein vorrangiges Ziel ist es, den internationalen Handel durch die Schaffung einer einheitlichen, harmonisierten Norm zu erleichtern.
Durch die Anwendung einheitlicher Prüfprotokolle ermöglicht IECEx den Herstellern, ihre Hardware einmalig zertifizieren zu lassen und sie anschließend auf mehreren globalen Märkten einzusetzen, ohne in jedem einzelnen Land Kosten für redundante Wiederholungsprüfungen aufwenden zu müssen.
- Weltweite Anwendung: Länder wie Australien schreiben IECEx als primären Sicherheitsstandard vor, während viele Betreiber im Nahen Osten und in Asien diese Zertifizierung zusätzlich zu ihren nationalen Zulassungen nutzen.
- Transparente Überprüfung: IECEx unterhält eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank, in der Sicherheitsbeauftragte gültige Zertifikate für Geräte sofort überprüfen können.
- Optimierte Beschaffung: Durch die Wahl von Atexxo-Geräten, die über eine doppelte ATEX- und IECEx-Zertifizierung verfügen, können multinationale Unternehmen weltweit auf eine einzige mobile Hardware-Lösung standardisieren.
NEC und CEC: Der nordamerikanische Ansatz
In Nordamerika gilt ein völlig anderes Regelwerk: der National Electrical Code (NEC) in den Vereinigten Staaten und der Canadian Electrical Code (CEC) in Kanada.
Historisch gesehen wurden gefährliche Umgebungen in Nordamerika anhand einer Klassen- und Divisionsstruktur kategorisiert und nicht anhand des von ATEX und IECEx verwendeten Zonensystems.
- Klassen: Diese definieren die Art der Gefahr. Klasse I umfasst entzündliche Gase und Dämpfe, Klasse II umfasst brennbare Stäube und Klasse III umfasst entzündliche Fasern.
- Zonen: Diese definieren die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der Gefahr. Zone 1 bedeutet, dass mit der Gefahr im normalen Tagesbetrieb zu rechnen ist. Zone 2 bedeutet, dass die Gefahr nur unter außergewöhnlichen Störungs- oder Ausfallbedingungen vorliegt.
Wichtiger Hinweis: Das bloße Vorliegen eines ATEX- oder IECEx-Zertifikats reicht nicht aus, um ein Gerät an einem Standort in den USA in Betrieb zu nehmen. Die Hardware muss über eine ausdrückliche Zulassung eines national anerkannten Prüflabors (NRTL) wie UL oder CSA verfügen, die die Konformität mit den NEC-Normen bestätigt.
Um sich ein Bild davon zu machen, wie sich diese verschiedenen Systeme überschneiden, nutzen Sie unser interaktives Vergleichstool:
Zuordnung der Normen: Wie sich Klasse/Division in Zonen übersetzen lassen
Um die Lücke zwischen internationalem Handel und lokalen Konformitätsanforderungen zu schließen, ermöglichen jüngste Aktualisierungen des NEC (Artikel 505 und 506) US-Betreibern, Zonenklassifizierungen nach europäischem Vorbild als Alternative zu den traditionellen Klassen-/Divisionsregeln anzuwenden.
Auch wenn die Systeme nicht identisch sind, bieten die Sicherheitsstandards eine allgemeine Äquivalenzzuordnung:
- Klasse I, Division 1 (Gas) entspricht im Allgemeinen der Zone 0 oder der Zone 1 (Gefahren, die ständig oder gelegentlich auftreten).
- Klasse I, Division 2 (Gas) entspricht im Allgemeinen der Zone 2 (Gefahren treten nur bei seltenen Geräteausfällen auf).
- Klasse II, Division 1 (Staub) entspricht der Zone 20 oder der Zone 21.
- Klasse II, Division 2 (Staub) entspricht der Zone 22.
Warum die Hardware-Zertifizierung für mobile Technologien von Bedeutung ist
Moderne Unternehmens-Smartphones sind unglaublich leistungsstarke digitale Werkzeuge, auf denen Echtzeit-Inspektions-Apps, dynamische Arbeitsgenehmigungssysteme und Augmented-Reality-Anleitungen laufen. Das Mitbringen eines nicht zertifizierten Consumer-Smartphones in einen Gefahrenbereich der Zone 1 oder Division 1 birgt jedoch ein enormes Zündrisiko.
Lithium-Akkus mit hoher Kapazität können bei einem Fehler einen thermischen Durchgang auslösen, während ungeschirmte Mikroprozessoren leicht die Selbstentzündungstemperaturen der umgebenden Prozessgase überschreiten können.
Durch den Einsatz von Spitzenhardware – wie beispielsweise dem iPhone 17 Pro Max –, die sicher in einem nach ATEX/IECEx für Zone 1 zertifizierten Gehäuse von Atexxo untergebracht ist, gewährleisten Sie die absolute Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. So können Ihre Außendienstmitarbeiter moderne iOS-Anwendungen sicher nutzen und gleichzeitig Sicherheitsaudits in ganz Europa, in internationalen Gewässern und an Standorten weltweit nahtlos bestehen.
Häufig gestellte Fragen
Darf ein ATEX-zertifiziertes Smartphone in den Vereinigten Staaten legal verwendet werden?
Nicht automatisch. In den USA schreiben die OSHA-Vorschriften vor, dass Geräte, die in klassifizierten explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, über eine ausdrückliche Zulassung eines national anerkannten Prüflabors (wie UL oder CSA) verfügen müssen, um die Konformität mit den NEC-Normen nachzuweisen. Ein ATEX-Zertifikat allein reicht nicht aus, es sei denn, es wurde ausdrücklich von der örtlichen zuständigen Behörde (Authority Having Jurisdiction, AHJ) des Standorts genehmigt.
Worin besteht der wesentliche betriebliche Unterschied zwischen Division 1 und Zone 1?
Im nordamerikanischen System fasst Division 1 sowohl dauerhafte Gefahren (Zone 0) als auch gelegentliche Gefahren (Zone 1) in einer einzigen, weit gefassten Klassifizierung zusammen. Die internationale Zone 1 definiert hingegen konkret Umgebungen, in denen explosive Atmosphären während des normalen Betriebs gelegentlich auftreten (zwischen 10 und 1.000 Stunden pro Jahr).
Warum stellen Hersteller Geräte mit doppelter ATEX- und IECEx-Zertifizierung her?
Dank der doppelten Zertifizierung können Beschaffungsteams in Unternehmen ein einziges Modell eines mobilen Geräts erwerben, das die gesetzlichen Anforderungen für den Einsatz in europäischen Standorten (gemäß der verbindlichen ATEX-Richtlinie) sowie an internationalen Standorten in Australien, Asien und dem Nahen Osten (gemäß dem IECEx-System) erfüllt. Dies reduziert die Komplexität der Flottenverwaltung und den Schulungsaufwand erheblich.