Die Öl- und Gasindustrie hat das vergangene Jahrzehnt damit verbracht, ihre Feldaktivitäten vollständig zu digitalisieren. Während die Ambitionen im Bereich der Software stets vorhanden waren, hinkte die Hardware oft hinterher. Heute ist diese Lücke endlich geschlossen.
Eigensichere und explosionsgeschützte Smartphones sind mittlerweile die zentrale Drehscheibe für vernetzte Teams im Außendienst. Sie tragen aktiv dazu bei, unproduktive Zeiten (NPT) zu vermeiden und die strikte Einhaltung komplexer Sicherheitsvorschriften zu gewährleisten. Der erfolgreiche Einsatz mobiler Technologie auf Tiefsee-Bohrinseln und in weitläufigen Raffinerien erfordert jedoch mehr als nur die Installation einiger weniger Unternehmensanwendungen. Der Erfolg hängt von der Auswahl von Hardware ab, die den extremen thermischen, chemischen und elektrischen Belastungen einer klassifizierten Umgebung tatsächlich standhalten kann.
Einsatz unter extremen Bedingungen auf Offshore-Anlagen und in Raffinerien
Öl- und Gasanlagen sind je nach Wahrscheinlichkeit der Entstehung einer explosionsfähigen Atmosphäre in strenge Sicherheitszonen unterteilt. Eine ATEX- oder IECEx-Zone-1-Zertifizierung ist beispielsweise gesetzlich vorgeschrieben für Geräte, die in Bereichen eingesetzt werden, in denen während des normalen Betriebs mit dem Auftreten explosiver Gase zu rechnen ist. Die Verwendung eines standardmäßigen, nicht zertifizierten Consumer-Smartphones in diesen Bereichen stellt nicht nur einen Verstoß gegen die Richtlinien dar – sie birgt auch ein katastrophales Zündrisiko.
Doch die elektrische Zertifizierung ist nur die erste Hürde. Echte Betriebssicherheit erfordert eine hohe chemische und umgebungsbedingte Beständigkeit:
- Korrosive Dämpfe: In feuchten Umgebungen wandelt sich Schwefelwasserstoff (H₂S) in Schwefelsäure um, die bereits bei Konzentrationen im Bereich von wenigen Teilen pro Milliarde die Kupfer- und Silberleiterbahnen in handelsüblichen elektronischen Bauteilen rasch zerstört.
- Korrosion durch Meereswasser: Offshore-Plattformen setzen die Hardware unaufhörlichem Salzwassersprühnebel aus, der die Befestigungselemente des Gehäuses schnell oxidiert und unversiegelte Anschlüsse angreift.
- Mechanische Einwirkungen: Das Risiko, dass ein Gerät durch Stahlgitterroste fällt oder auf Betondecks aufschlägt, ist unglaublich hoch.
Um eine langfristige Lebensdauer zu gewährleisten, entwickelt Atexxo Manufacturing Schutzgehäuse, die die strengen elektrischen ATEX-Vorgaben mit industrietauglichen Materialien wie Edelstahl 316L, versiegeltem Polycarbonat und Schutzart IP68 kombinieren.
Hochwirksame digitale Arbeitsabläufe auf der Bohrinsel
Sobald die Hardware gesichert ist, ermöglicht der Einsatz eines umgerüsteten Flaggschiff-Geräts – wie beispielsweise eines explosionsgeschützten iPhone 17 Pro Max – enorme Effizienzsteigerungen in den zentralen Arbeitsabläufen der Öl- und Gasindustrie.
Dynamische digitale Arbeitsgenehmigung (ePTW)
Eine Genehmigung in Papierform ist ein statisches Dokument, mit dem versucht wird, eine dynamische, gefährliche Umgebung zu verwalten. Es kann nicht reagieren, wenn ein zweites Team plötzlich in der Nähe Heißarbeiten durchführt. Mobile ePTW-Plattformen werden hingegen kontinuierlich aktualisiert.
Beantragt ein Techniker eine Genehmigung für Heißarbeiten zu kurz vor dem Betreten eines aktiven beengten Raums, meldet das System den räumlichen Konflikt sofort. Sollte zudem ein stationärer Gasdetektor in diesem Bereich auslösen, kann das System aktive Genehmigungen automatisch widerrufen und Notfall-Evakuierungswarnungen direkt auf die Bildschirme aller angeschlossenen Mitarbeiter senden.
Optimierte Kontrollgänge
Anstatt sich bei der Überwachung von nicht mit Messgeräten ausgestatteten Pumpen und manuellen Ventilen auf manuelle Notizblöcke zu verlassen, können Techniker nun einen NFC-Tag oder Barcode an der Anlage scannen. Dadurch wird deren genauer Standort verifiziert und sofort eine dynamische Inspektionscheckliste geladen. Wenn der Techniker einen undichten Flansch entdeckt, kann er ein 48-Megapixel-Foto aufnehmen, woraufhin die App automatisch einen Arbeitsauftrag im CMMS des Unternehmens (wie SAP oder IBM Maximo) generiert.
Zusatzsensoren wie Bluetooth-Wärmebildkameras oder USB-C-Schwingungssensoren lassen sich sogar direkt an das Smartphone anschließen, wodurch dieses zu einem umfassenden Diagnosewerkzeug wird.
Expertenunterstützung aus der Ferne: Wegfall der „Hubschrauber-Abhängigkeit“
Wenn eine komplexe Offshore-Anlage ausfällt, besteht die herkömmliche Vorgehensweise darin, einen erfahrenen Spezialisten per Hubschrauber vor Ort zu fliegen. Dies führt zu erheblichen Reiseverzögerungen und exorbitanten Kosten – die bis zu 37 % der gesamten Ausgaben für ungeplante Ausfallzeiten ausmachen.
Indem Außendienstmitarbeiter mit eigensicheren Smartphones ausgestattet werden, können Betreiber Live-4K-Videos an einen Experten streamen, der sicher in einer Kontrollzentrale an Land sitzt. Mithilfe von Augmented-Reality-Software (AR) kann dieser Fernspezialist digitale Pfeile einzeichnen oder bestimmte Ventile direkt auf dem Bildschirm des Technikers einkreisen.
Nutzen Sie den interaktiven Rechner unten, um den enormen Kostenunterschied zwischen dem Einsatz eines Hubschraubers und der Nutzung von Fernvideounterstützung zu erkunden:
Die Zukunft: privates 5G und autonome Integration
Die Infrastruktur zur Unterstützung der vernetzten Mitarbeiter im Außendienst entwickelt sich rasant weiter. Die Betriebe ersetzen veraltete WLAN-Netzwerke zügig durch private 5G-Netzwerke, die eine Latenz von unter einer Millisekunde sowie die Kapazität bieten, Tausende von vernetzten Sensoren in einer Raffinerie zu unterstützen.
Für abgelegene Pipelines und Tiefseeanlagen wird eine Satellitenverbindung über eine niedrige Erdumlaufbahn (LEO) integriert, um eine kontinuierliche Abdeckung durch ein nicht-terrestrisches Netzwerk (NTN) sicherzustellen. Mit zunehmender Bandbreite werden Außendiensttechniker ihre ATEX-zertifizierten Smartphones zunehmend als Steuergeräte nutzen, um autonome Inspektionsdrohnen und Bodenroboter zu überwachen, die in Hochrisikobereichen eingesetzt werden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ATEX-Zone 1 und Zone 2 in der Öl- und Gasindustrie?
Eine Einstufung als ATEX-Zone 1 bezeichnet einen Bereich, in dem während des normalen täglichen Betriebs mit dem Auftreten einer explosionsfähigen Gasatmosphäre zu rechnen ist. Zone 2 bezeichnet einen Bereich, in dem eine explosionsfähige Atmosphäre unter normalen Umständen unwahrscheinlich ist und, falls doch, nur für einen sehr kurzen Zeitraum bestehen bleibt (in der Regel aufgrund eines Defekts oder einer Leckage). Geräte, die in Umgebungen der Zone 1 eingesetzt werden, müssen wesentlich strengere Sicherheits- und Energieeindämmungsstandards erfüllen als Geräte für Zone 2.
Darf ein iPhone auf einer Offshore-Ölplattform rechtmäßig verwendet werden?
Ja, jedoch nur, wenn das Gerät dauerhaft in einem zertifizierten explosionsgeschützten Gehäuse untergebracht ist, das über eine gültige ATEX- oder IECEx-Zertifizierung für Zone 1 oder Zone 2 für die jeweilige Gasgruppe und Temperaturklasse dieser spezifischen Plattform verfügt. Das Mitbringen eines ungeschützten Standard-iPhone für Endverbraucher in einen klassifizierten Bereich ist strengstens untersagt.
Inwiefern trägt mobile Technologie dazu bei, unproduktive Zeiten (NPT) während der Bohrarbeiten zu reduzieren?
Mobile Technologie verbindet die Teams vor Ort direkt mit Echtzeit-Telemetrie, vorausschauenden KI-Warnmeldungen und technischer Unterstützung von außerhalb der Baustelle. Durch den Wegfall manueller Dateneingaben, papierbasierter Engpässe und der erheblichen Reiseverzögerungen, die mit dem Einfliegen von technischen Spezialisten zur Bohranlage verbunden sind, können die Teams Störungen an den Anlagen innerhalb von Minuten statt Stunden beheben und so die NPT um bis zu 80 % reduzieren.