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Die Transformation der pharmazeutischen Produktion durch eigensichere mobile Geräte

Pharmazeutische Anlagen unterliegen einem einzigartigen Paradoxon. Gerade jene streng kontrollierten Umgebungen, in denen das Betriebspersonal dringend Echtzeitdaten benötigt – wie beispielsweise Bereiche für den Umgang mit Lösungsmitteln, Granulierräume und Syntheseräume für pharmazeutische Wirkstoffe (API) –, sind genau die Orte, an denen handelsübliche Elektronik strengstens verboten ist. Entzündliche Dämpfe und brennbarer Staub bergen erhebliche Zündgefahren, was viele Betriebe dazu zwingt, auf veraltete, fehleranfällige papierbasierte Arbeitsabläufe zurückzugreifen.

Bei Atexxo Manufacturing schließen wir diese betriebliche Lücke durch die Entwicklung eigensicherer, explosionsgeschützter mobiler Hardware. Erfahren Sie hier, wie der Einsatz zertifizierter intelligenter Geräte direkt im Reinraum die Einhaltung pharmazeutischer Vorschriften, die Hygiene und die Effizienz revolutioniert.

Beseitigung manueller Übertragungsfehler durch elektronische Chargenprotokolle

In der pharmazeutischen Fertigung ist die Umstellung auf elektronische Chargenprotokolle (eBMR) wohl der aussagekräftigste Anwendungsfall für mobile Hardware. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen schreiben vor, dass jedes Materialgewicht, jede Verarbeitungstemperatur und jede Bedienerfreigabe akribisch dokumentiert werden muss.

Wenn Betriebe auf Papierordner zurückgreifen, kann die Fehlerquote bei der Datenerfassung auf bis zu 50 % ansteigen. Ein einfacher menschlicher Fehler – wie beispielsweise die Angabe von 4,5 kg statt 45 kg – löst umfassende Qualitätsuntersuchungen, mögliche Chargenrückweisungen und Dutzende von Stunden für die Erstellung von Abweichungsberichten aus.

Indem Reinraumtechniker mit eigensicheren Smartphones ausgestattet werden, die mit den Unternehmensnetzwerken verbunden sind, wird die manuelle Dateneingabe in den Anlagen vollständig überflüssig. Messwerte von Bluetooth-Waagen und Inline-Sensoren werden automatisch in das eBMR übernommen. Die Software setzt die Arbeitsabfolge strikt durch und verhindert, dass ein Techniker zum nächsten Fertigungsschritt übergehen kann, bevor der vorherige Schritt digital signiert und validiert wurde.

Extreme Sterilisationsverfahren in Reinräumen überstehen

Die pharmazeutische Fertigung erfordert aggressive Reinigungsprotokolle, die herkömmliche, robuste Geräte sofort zerstören würden. Ein Smartphone, das lediglich in einer einfachen, stoßfesten Schutzhülle steckt, ist für einen Reinraum völlig ungeeignet.

Um in dieser Umgebung bestehen zu können, muss mobile Hardware strenge Hygiene- und Chemikalienbeständigkeitsstandards erfüllen:

  • IP69K-Schutz vor Abspritzwasser: Während die Standard-Schutzklasse IP68 lediglich das stationäre Eintauchen in Wasser abdeckt, werden pharmazeutische Anlagen einer Reinigung vor Ort (CIP) sowie manuellen Abspritzreinigungen unterzogen. Die IP69K-Zertifizierung garantiert, dass die Hardware Hochdruck-Heißwasserstrahlen (bis zu 1.450 psi bei 80 °C) standhält.
  • Beständigkeit gegen verdampftes Wasserstoffperoxid (VHP): Reinräume und Isolatoren werden häufig mit VHP dekontaminiert. Herkömmliche TPU-Gehäuse vergilben, zersetzen sich und entwickeln Risse bei wiederholter Einwirkung. Atexxo verwendet hochwertige Polycarbonat-Gehäuse, die auch bei ständiger Sterilisation ihre strukturelle Dichtigkeit und chemische Beständigkeit bewahren.
  • Desinfektionsmittelverträglichkeit: Die Geräte müssen dem täglichen intensiven Abwischen mit 70 %igem Isopropylalkohol standhalten, ohne dass die Oberfläche Schaden nimmt.

Um Einrichtungen bei der Auswahl des richtigen Geräts für ihre spezifischen Gefahren zu unterstützen, können Sie dieses interaktive Konfigurationstool nutzen:

Arbeitsabläufe der nächsten Generation: KI und Zusammenarbeit aus der Ferne

Papiergebundene Ordner mit Standardarbeitsanweisungen (SOPs) sind dafür bekannt, dass sie veralten, zerreißen oder chemisch verunreinigt werden. Durch den Einsatz verwalteter mobiler Geräte können Qualitätskontrollteams die neuesten, versionskontrollierten SOPs direkt in den Reinraum übertragen.

Moderne, ATEX-zertifizierte Smart-Geräte gehen jedoch weit über statische Dokumente hinaus:

  • Materialprüfung am Einsatzort: Mithilfe der integrierten Kamera des Geräts können Bediener die Barcodes der Rohstoffe direkt am Einfülltrichter scannen. Das System überprüft sofort die Identität der Inhaltsstoffe, deren Wirkstoffgehalt und die Verfallsdaten anhand des ERP-Systems (Enterprise Resource Planning) und löst einen sofortigen Stopp aus, sobald eine Abweichung festgestellt wird.
  • Fehlerbehebung durch Experten aus der Ferne: Tritt eine Anomalie auf, können Bediener über Plattformen wie Microsoft Teams hochauflösende Videoanrufe starten. Qualitätsingenieure, die sich nicht vor Ort befinden, können so die Ventileinstellungen überprüfen oder akustische Anomalien erkennen, ohne jemals den Reinraum betreten zu müssen.
  • Regulatorische Fernprüfungen: Die Betriebe können Werksabnahmeprüfungen (FAT) durchführen und regulatorische Fernprüfungen der FDA oder der EMA über sichere Live-Videostreams direkt aus dem Sicherheitsbereich abwickeln.

Die ATEX-Konformitätsgrundlage für die Pharmabranche

Bei der Synthese von Wirkstoffen kommen häufig hochflüchtige Lösungsmittel zum Einsatz, während bei der Tablettenpressung und in Mahlanlagen leicht entzündlicher Staub entsteht. Die Standardisierung eines mobilen Geräteparks unter Berücksichtigung dieser unterschiedlichen Gefahren erfordert strenge Sicherheitszertifizierungen.

Achten Sie bei der Bewertung explosionsgeschützter Geräte für Ihre pharmazeutische Anlage darauf, dass Ihre Geräte die folgenden Mindestkriterien erfüllen:

  • Zertifiziert für ATEX/IECEx Zone 1 (Gase) und Zone 21 (brennbare Stäube).
  • ausgelegt für die Gasgruppe IIC und die Temperaturklasse T4 (wodurch sichergestellt ist, dass die Oberflächentemperaturen 135 °C niemals überschreiten).
  • aus VHP-beständigen Polycarbonat-Gehäusen gefertigt und gemäß IP69K-Standard abgedichtet.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist ein standardmäßiges, wasserfestes Smartphone der Schutzklasse IP68 nicht für pharmazeutische Reinräume geeignet?

Die Schutzklasse IP68 besagt lediglich, dass ein Gerät das Eintauchen in stillstehendes Wasser überstehen kann. Pharmazeutische Reinräume werden aggressiven Hochdruck- und Hochtemperatur-Reinigungsvorgängen ausgesetzt. Nur eine IP69K-Zertifizierung garantiert, dass die internen Komponenten des Geräts vor Druckwasserstrahlen mit einem Druck von bis zu 1.450 psi bei 80 °C geschützt bleiben.

Welche ATEX-Zonen kommen in der pharmazeutischen Fertigung typischerweise vor?

Anlagen zur API-Synthese, in denen flüchtige organische Lösungsmittel zum Einsatz kommen, erfordern in der Regel eine Zertifizierung nach Zone 1 für explosive Gase. Umgekehrt entstehen bei der Trockenpulververarbeitung, beim Mahlen und bei der Tablettengranulierung brennbare Partikel in der Luft, was eine Zertifizierung nach Zone 21 für Staubgefahren erforderlich macht.

Wie wirkt sich das Gehäusematerial auf ein Gerät während der Dekontamination im Reinraum aus?

Verdampftes Wasserstoffperoxid ist ein äußerst aggressives Sterilisationsmittel, das häufig in Reinraumisolatoren eingesetzt wird. Standardmäßige, robuste Gehäuse aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) zersetzen sich unter VHP-Einwirkung rasch, vergilben und reißen, wodurch die ATEX-Dichtung beeinträchtigt wird. Um diesen wiederholten chemischen Zyklen standzuhalten, sind Gehäuse aus hochwertigem Polycarbonat erforderlich.

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